Schulzentrum Könnern Modell fürs Land

Arbeitsbesuch: Ministerpräsident Reiner Haseloff lobt Berufsvorbereitung der Schüler.

Von Heiko Wigrim

Könnern/MZ - Ministerpräsident Reiner Haseloff war des Lobes voll. Bei seinem Besuch in Könnern sah sich Haseloff das Schulzentrum an und interessierte sich besonders für die Vorbereitung der Schüler auf ihr künftiges Berufsleben.

Schulleiter Ronald Konrad (vorn v. I.), Köthen-Energie-Geschäftsführer Wolfgang Thurau und Simone Krüger vom Bildungszentrum Energie Halle unterzeichnen im Schulzentrum Könnern einen Kooperationsvertrag zur beruflichen Vorbereitung.  
Foto: Engelbert Pülicher

 

Geistiger Kern

Den Standort Könnern zeichne ein außer der Reihe liegendes Engagement der Kommune aus, meinte der Ministerpräsident. „Es hat sich gezeigt, dass es eine richtige Entscheidung war, wenn sich eine Kommune so um ihren Standort bemüht, um ihn kämpft, investiert und ihn ausbaut." Der Standort und die Entwicklungsmöglichkeit des Ortes sei damit gesichert worden. Das Schulzentrum stelle somit aus den vielen Ortschaften herum den geistigen Kern dar. Die Schule sei zudem Ansprechpunkt für die Wirtschaft - nicht von ungefähr werde nun ein Kooperationsvertrag zwischen Schule und Wirtschaft unterschrieben. „Und das ist genau das, was ich mir idealtypisch für das Land vorstelle." Das gemeinsame Engagement von Kommune, Lehrern und Elternschaft habe aus der Schule etwas Besonderes gemacht. „Hier ist eine Schule entwickelt worden, die schon von der optischen und atmosphärischen Struktur her für mich so bisher im Land noch nicht gefunden wurde." Es sei aber nicht so, dass er überall, wo er hin komme, sage, dies sei eine besondere Schule, stellte Haseloff fest. „Ich gehe da immer kritisch heran und sehe, wo wir als Land noch Hilfe und Unterstützung geben können, wo wir etwas anderes machen müssen."

 

„Das Könneraner Konzept der Berufsvorbereitung muss Standard im Land werden."
Reiner Haseloff
Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

 

Viele Angebote

Doch in Könnern gebe es eine Vielzahl von Angeboten im Freizeit-, im schulunterstützenden und im fachlichen Bereich, im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, der Findung untereinander, dass man sich als Team versteht, - „das habe ich bisher noch nirgends gesehen." Das Lehrer-Eltern-Schüler-Verhältnis sei hier auf einem Niveau, das man sich besser gar nicht vorstellen könne.

 

Gute Vorstellung

Bei der derzeitigen Demographie habe es jeder selbst in der Hand, ob er einen Ausbildungsplatz bekommt, ob er in seiner Heimat bleiben kann und was aus ihm wird, meinte der Ministerpräsident. Er habe in Könnern festgestellt, dass bei den Schülern der 9. Klasse bereits eine gute Vorstellung vorhanden sei, was jeder einmal werden will. Dies sei bei anderen Schulen mitunter ganz anders: In Magdeburg beispielsweise hätten bei einer Befragung gerade einmal 15 Prozent der Neuntklässler konkrete Vorstellungen gehabt, bei welchem Betrieb sie sich in wenigen Wochen für eine Lehrausbildung bewerben wollen.
„Die Berufsvorbereitung hier an der Schule ist gut durchgeführt worden, die Motivations- und die Informationslage sind top hier." An der Schule gebe es einen sichtbaren sozialen Zusammenhalt, der für ihn als Besucher angenehm zu erleben gewesen sei. Das Konzept der Berufsvorbereitung „dass hier am Schulzentrum besonders strukturiert und entwickelt wurde, muss eigentlich Standard im Land werden."Für eine Weichenstellung für den künftigen Beruf sei es in der neunten Klasse viel zu spät, erklärte Schulleiter Ronald Konrad. „Unsere Schule ist eine anschlussorientierte Schule, das heißt, dass wir unsere Schüler problemlos in die Berufsausbildung entlassen können."

 

Zielorientiert gearbeitet

Darum werde am Schulzentrum bereits ab der fünften Klasse zielorientiert auf die künftige Berufsausbildung hin gearbeitet. In Klasse 5 und 6 werden bestimme Fertigkeiten entwickelt, in den Klassen 7 und 8 gehe es um das Finden der eigenen beruflichen Richtung im Rahmen des Brafo-Projektes. Neu sei der praxisorientierte Tag. Alle 14 Tage gehen die 8. Klassen in Betriebe der Region, um die dortigen Arbeitsabläufe kennen zu lernen. Klasse 9 sei der überörtlichen Orientierung vorbehalten, hier werden Messen besucht und Kontakt zu Ausbildungsbetrieben geknüpft.

 

Guten Abschluss erreichen

„Und in der 10. Klasse geht es dann knallhart darum, einen guten Abschluss zu erreichen, um gute Chancen für die Bewerbung für einen Ausbildungsberuf zu bekommen", erläuterte der Schulleiter. Das Schulzentrum schloss den Kooperationsvertrag mit dem Bildungszentrum Energie GmbH aus Halle und der Köthen Energie GmbH. Im Bildungszentrum werden verschiedene Berufsfelder vorgestellt, wobei die Schüler ausprobieren, welche Tätigkeit ihnen liegt und womit sie nicht zurecht kommen Köthen Energie stellt Praktikumsplätze zur Verfügung, bei denen die Schüler den Berufsalltag kennen lernen und mit der modernen Technik eines Energieunternehmens vertraut gemacht werden. Wichtig, so Wolfgang Thurau, Geschäftsführer von Köthen Energie, sei es, den richtigen Beruf zu wählen. „Ein verfehlter Beruf verfolgt uns das ganze Leben."

 
 
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung 17.09.2011
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