Fundsachen stapeln sich

Mit seinen Kindern Nils (von links) und Leonie hat Mario Voigt den Tag der offenen Tür im Schulzentrum Könnern besucht.
 
KÖNNERN/MZ. Neugierig illerte Nils über die Kante des Tisches im Werkraum des Schulzentrums Könnern. Eine Holztafel stand dort ebenso wie ein Hund. Um die Figuren besser sehen zu können, kletterte der Sechsjährige auf einen Stuhl. "Er freut sich, dass er in die Schule kommt", sagte sein Vater Mario Voigt. Im September ist es soweit.

Damit sich Nils schon einmal einen Eindruck davon verschaffen kann, was ihn als Schulkind erwartet, besuchte der Mann aus Könnern mit seinem Sohn den Tag der offenen Tür. Mit dabei war auch Tochter Leonie. "Ich kann auch schon schreiben", sagte die Vierjährige. Lange währte ihr Stolz nicht. "Du kritzelst doch nur", konterte Nils. Seine Schwester war sichtlich pikiert.

Auf den Mathematikunterricht freut sich der künftige ABC-Schütze besonders. Und natürlich auf Basteln und Werken. "Ich möchte eine Holzdampflok bauen", sagte der Sechsjährige. Einige Wochen muss sich der Junge jedoch noch gedulden bis er endlich in die Schule gehen kann.

So stolz ABC-Schützen auf ihre Schulsachen auch sind, Lehrer und vor allem Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass auch einmal etwas liegen bleiben kann. Und das nicht nur bei den Kleinsten, sondern auch bei den Sekundarschülern, die ebenfalls im Schulzentrum Könnern unterrichtet werden.

Seit Beginn des Schuljahres, das sich am Freitag seinem Ende neigt, ist allerhand zusammen gekommen. Rucksäcke mit Sportkleidung, Trainingsjacken, … Dass Schüler mitunter schusselig sind, weiß Peggy Manzke aus eigener Erfahrung. Aus ihrer Schulzeit und vor allem als Mutter.

Was die Elternvertreterin der Klasse 5c jedoch wundert, ist die Gleichgültigkeit einiger Eltern. "Wenn mein Kind ohne Sporttasche nach Hause kommt, fällt mir das auf", sagte die Frau aus Könnern und fügte hinzu, dass dies bedauerlicherweise nicht in allen Elternhäusern der Fall sei.

Peggy Manzke erzählte, dass es demgegenüber aber auch Erziehungsberechtigte gebe, die sich aktiv in den Schulalltag einbringen würden - solche nämlich, die Themenstunden anbieten. So gab es bereits ein Ritteressen und ein Basketballturnier. Es ging um die italienische Küche und den Angelsport, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Unweit von der "Elternecke" entfernt, hatte die Arbeitsgemeinschaft Naturfreunde ihren Stand aufgebaut. "Wir kümmern uns um die Pflanzen in den Räumen und bestellen unser Beet", sagte der 13-jährige Lars. Viele Mitstreiter hat er nicht. Um genau zu sein einen einzigen.

Besucher konnten beim Tag der offenen Tür auch einen Kalender erwerben, der neben dem Schulzentrum auch Impressionen aus Könnern zeigt. Der 14-jährige Marcel hat den Kalender in der Arbeitsgemeinschaft Foto erstellt.

 
Die Sechstklässler Philipp Speer (von links) und Tobias Gast haben gezeigt, dass Bücher durchaus zu Kunstobjekten werden können.
 
Sekundarschule: 453 Schüler aus 42 Ortschaften
 
Die Sekundarschule des Schulzentrums Könnern ist seit 2004 eine Ganztagsschule. Das Motto "Unsere Schule - Unsere Zukunft" ist im Schulalltag allgegenwärtig. Indem Schüler und Eltern eine zentrale Position einnehmen, präsentiert sich die Einrichtung als "gläserne Schule".

Im Mittelpunkt des Schulkonzepts steht die Entwicklung und Förderung der Fähigkeiten jedes einzelnen Schülers. Mit Nachhilfe- und Zusatzangeboten wird die Einrichtung diesem Anspruch gerecht. Kinder und Jugendliche werden sowohl Perspektiven für die berufliche als auch für die persönliche Entwicklung aufgezeigt. In der Ganztagsschule wird darüber hinaus großer Wert auf ein umfangreiches Freizeitangebot gelegt.

Träger der Einrichtung ist die Stadt Könnern. In der Schule lernen 453 Schüler in 19 Klassen. Sie kommen aus 42 Ortschaften. Es gibt 42 Lehrer und drei pädagogische Mitarbeiter.
Zur Verfügung stehen acht Fach- sowie 16 Klassenräume. Im "grünen Klassenzimmer" auf dem Schulhof findet zum Teil der Kunst- und Biologieunterricht statt.

Das Schulzentrum verfügt über eine Turnhalle, ein Kleinsportfeld und eine Mensa mit 99 Plätzen. Am Schulgelände befindet sich eine Bushaltestelle.

 
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung 18.07.2012
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